Holz und Metall

Die Wandlungsphase Holz gibt dem Menschen die Impulse, die ihn in die Lage versetzen, sich in die Außenwelt auszudehnen. Im Holz verlässt das Individuum quasi seinen Standort, seine ureigene Basis. Er bewegt sich, gebraucht seine Muskeln und Sehnen, er erblickt seine Umwelt und geht auf sie in jeder Hinsicht zu. Das Holz beschreitet den Weg, vom Ich zu den Anderen. Verschiedene Mechanismen hindern ihn daran, blockieren seine Lebenskraft, halten sie im Inneren fest und sorgen so immer wieder für Störungen in der Zirkulation des Qi.
Da ist zu einen das Metall zu nennen, welches in einer unzureichenden Flexibilität dem Entfaltungsstreben des Individuums nicht den angemessenen Freiraum bieten kann. Dogmen, Gewohnheiten können dabei ebenso eine Rolle spielen, wie eine Schädigung des Metall durch Verlustereignisse (s. Band 2, die Wandlungsphase Metall) (1)

Diese Bändigung und Bahnung erhält das Holz durch das Metall. Nur durch ein ständiges harmonisches Zusammenspiel zwischen diesen beiden Aspekten der Entfaltung und Sammlung, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen kreativem Agieren und Re-Agieren kann sich eine wirkliche schöpferische Kraft, kann sich aber auch das Leben an sich entwickeln. (2)

(1) Udo Lorenzen, Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Bd. Holz, 2nd Aufl., München: Müller und Steinicke, 2002; S. 185
(2) Udo Lorenzen, Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Bd. Metall, 2 (München: Müller & Steinicke, 1994), S. 217

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21. April 2011 von kus
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