{"id":4208,"date":"2020-05-29T18:43:35","date_gmt":"2020-05-29T17:43:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/?post_type=encyclopedia&#038;p=4208"},"modified":"2024-10-06T07:42:15","modified_gmt":"2024-10-06T05:42:15","slug":"textus-receptus","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/textus-receptus","title":{"rendered":"Textus receptus"},"content":{"rendered":"<p>&Uuml;berlieferte Text (Latein).<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/i-ging\" target=\"_self\" title='Das I Ging (chin. &#63968;&#32147;, y&igrave; jing, W.-G. I Ching, auch: I Jing, Yi Ching, Yi King; \"das Buch der Wandlungen\") basiert auf Kosmologie und Philosophie des alten China, speziell dem Daoismus (Taoismus). Grundideen des I Ging sind eine Ausgewogenheit der Gegenteile und ein Akzeptieren der Ver&auml;nderung. Das Buch beschreibt die Welt in 64 Bildern,&hellip;' class=\"encyclopedia\">I Ging<\/a> ist haupts&auml;chlich als eine in Stein gravierte kanonische Schrift Chinas bekannt und geh&ouml;rt zu den sog. &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/steinklassiker\" target=\"_self\" title=\"Die Steinklassiker sind eine Sammlung von in Stein gehauenen konfuzianischen Klassikern. Die Stelen wurden &uuml;ber einen Zeitraum von acht Jahren (175 bis 183 n. Chr.) w&auml;hrend der Han-Dynastie (206 v. bis 200 n. Chr.) angefertigt und enthielten 200.000 Zeichen auf 46 Stelen. Sie umfassten die sieben damals anerkannten Klassiker: das Buch der Wandlungen (I Ging),&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Steinklassiker<\/a>n&ldquo;, 64 Steinplatten mit Lehrtexten, die auf Jahr 175 n. Chr. datiert werden. Gelehrte aus dem ganzen Land waren verpflichtet, diese Texte zu kopieren in ihren Unterweisungen zu verwenden.<\/p>\n<p>Das I Ging in der Form des Textus receptus besteht aus zwei Textteilen: dem <em>klassischen Text<\/em> (<em>jingwen<\/em>) und die <em>Kommentare<\/em> (<em>zuhuan<\/em>).<br>\nDer <strong><em>klassische Text<\/em><\/strong> bildet die Grundlage der Interpretation und dient als Handbuch der Wahrsagung. Er gliedert sich in <em><a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/hexagramm\" target=\"_self\" title=\"Ein Hexagramm setzt sich aus jeweils zwei Trigrammen zusammen, wobei die Bewegung, &auml;hnlich dem Wachstum einer Pflanze, von unten nach oben verl&auml;uft: das Hexagramm wird von unten her aufgebaut (z. B. bei der Divination\/beim Orakel) und sp&auml;ter auch entsprechend gelesen. Weiterlesen: Aufbau eines Hexagramms Weiterlesen: &Uuml;bersichtsseite Hexagramme\" class=\"encyclopedia\">Hexagramm<\/a>text<\/em> &ndash; hier wird die Situation im Allgemeinen beschreiben &ndash; und die <em>Linientexte<\/em>, die unterschiedliche Aspekte der Situation ber&uuml;cksichtigen. Entstehungsgeschichtlich wird der <em>klassische Text<\/em> auf das 8. Jh. v. Chr. datiert. Die traditionelle Auffassung ist, dass die Erfindung der acht <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/trigramm\" target=\"_self\" title=\"Die 8 Trigramme bilden die Grundlage des I Ging. Sie setzen sich aus jeweils drei durchgezogenen (Yang) bzw. durchbrochenen (Yin) Linien. Zwei Trigramme bilden ein Hexagramm, also ein Zeichen des I Ging. Die farbigen Trigramme sind mit den jeweiligen Kapiteln im I Ging Kurs verlinkt und werden dort ausf&uuml;hrlich erkl&auml;rt. Chinesischer Name Traditionelles Bild Traditionelle&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Trigramm<\/a>e auf den ersten chinesischen Urkaiser Fu Xi zur&uuml;ckgeht, die Hexagramme dem Zhou-K&ouml;nig Wen Wang (1231-1135 v. Chr.) zuzuschreiben sind und die Linientexte von seinem Sohn, dem Herzog von Zhou (gest. 1105 v. Chr.), stammen sollen. Tats&auml;chlich handel es sich aber wohl eher um eine Sammlung von Orakelvokabular (wie z. B. die Inschriften auf den Orakelknochen), altem Liedgut und traditionellen Volksweisheiten, die sp&auml;ter von einem oder m&ouml;glicherweise auch mehreren Autoren zusammengestellt wurde.<br>\nBemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, eine Besonderheit der chinesischen Sprache: Texte sind beim Anh&ouml;ren automatisch viel- und mehrdeutig &ndash; und wecken dadurch die Assoziation einer mystischen G&ouml;ttersprache. Die Autoren de I Ging waren sich dieser Mehrdeutigkeit m&uuml;ndlicher Sprache sicherlich bewusst und versuchten, dieses Ph&auml;nomen in die Niederschrift zu &uuml;bernehmen, sodass bei der Interpretation eines (schriftlich fixierten) Textes sowohl die bildliche Ausdruckskraft des Schriftzeichens wie auch die assoziativ bei der Aussprache entstehenden Mehrdeutigkeiten und Bedeutungsvariationen zum Tragen kommen.<br>\nDie <strong><em>Kommentare<\/em><\/strong>, die auch als <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/zehn-fluegel\" target=\"_self\" title='Die \"Zehn Fl&uuml;gel\" (auch \"Kommentare\" genannt) sind ein Teil des Textus receptus und wurden ab etwa 200 v. Chr. konzipiert. Sie bestehen aus 10 Textabschnitten, die u.a. die Hexagrammnamen und -texte erkl&auml;ren, die Symbolik der Trigramme und die Anordnung der Hexagramme erl&auml;utern und ethisch-moralische Anweisungen und eine philosophisch-ethische Interpretation enthalten. Insbesondere der 9. Fl&uuml;gel wird&hellip;' class=\"encyclopedia\">Zehn Fl&uuml;gel<\/a> bezeichnet werden, entstanden sehr viel sp&auml;ter (ca. ab 200 v. Chr.) und bestehen aus 10 Textabschnitten, die u.a. die Hexagrammnamen und -texte erl&auml;utern, die Symbolik der Trigramme und Reihenfolge der Hexagramme erkl&auml;ren, ethisch-moralische Anweisungen und eine philosophisch-ethische Auslegung nach konfuzianischer Moralvorstellung umfassen. (vgl. Hertzer, 40-42)<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die fr&uuml;hesten Teile des I Ging aus dem 8. Jh. v. Chr. stammen, die Steinklassiker aber erst rund 1000 Jahre sp&auml;ter verfasst wurden, wirft eine Reihe von Fragen auf: Welche inhaltlichen und strukturellen Ver&auml;nderungen am Textmaterial gab es w&auml;hrend dieser 1000 Jahre? Hat es tats&auml;chlich immer nur eine einzige g&uuml;ltige Version dieses Textes gegeben oder waren mehrere Varianten im Umlauf? Und, sollte es Varianten gegeben haben: Welche politischen und soziokulturellen Einfl&uuml;sse f&uuml;hrten schlussendlich zur Auswahl des zur in den Steinklassikern festgehaltenen Version des I Ging?<br>\nVor diesem Hintergrund kommt den arch&auml;ologischen Funden, die 1972 in <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/mawangdui\" target=\"_self\" title=\"Arch&auml;ologische St&auml;tte in einem Au&szlig;enbezirk der chinesischen Stadt Changsha. Dort wurde 1972 eine Grabbibliothek entdeckt, die u. a. eine Abschrift des I Ging enth&auml;lt, die weitaus &auml;lter ist als der bisher bekannte Textus receptus und zu ca. 25 % von ihm abweicht. Vergleicht man das I Ging aus der Grabbibliothek von Mawangdui inhaltlich mit dem&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Mawangdui<\/a> (nahe Changsha \/ Hunan; Seidenb&uuml;cher) und 1977 in Shuanggudui (bei Fu<a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/yang\" target=\"_self\" title=\"Yang stand anfangs f&uuml;r die w&auml;rmere S&uuml;dseite des Berges, f&uuml;r ein sonniges Flussufer, sp&auml;ter auch f&uuml;r den Berg als Ganzes. Sp&auml;ter bezeichnete Yang alles Lichte und Helle einschlie&szlig;lich Tag, Sommer und Sonne. Entsprechend wurde Trockenes, Luft (Wind) und Feuer Yang zugeordnet, ebenso zunehmend warme Fr&uuml;hlingstage, das Aufbl&uuml;hen und der Belebung der Natur in der warmen&hellip;\" class=\"encyclopedia\">yang<\/a> \/ Anhui; Bambus- und Holzt&auml;felchen) gemacht wurden, besondere Bedeutung zu: Man entdeckte in Mawangdui u.a. eine Grabbibliothek, die ebenfalls eine Abschrift des I Ging enthielt, die allerdings weitaus &auml;lter ist als der bisher bekannte Textus receptus. Diese Version des I Ging weicht zu ca. 25 %&nbsp; vom bisher bekannten Text ab, unter anderem in der Reihenfolge, wie die Hexagramme aufeinander folgen; die arch&auml;ologischen Fund in Shuanggudui m&uuml;ssen noch analysiert werden. (Vgl. Hertzer, 51-52)<\/p>\n<h2 class=\"quellenverzeichnis\">Quellenverzeichnis<\/h2>\n<p class=\"quellenverzeichnis\">&mdash; Hertzer, Dominique. 1996. <i>Das Alte und das neue Yijing. Die Wandlungen des Buches der Wandlungen<\/i>. M&uuml;nchen: Diederichs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberlieferte Text (Latein). Das I Ging ist haupts\u00e4chlich als eine in Stein gravierte kanonische Schrift Chinas bekannt und geh\u00f6rt zu den sog. &#8222;Steinklassikern&#8220;, 64 Steinplatten mit Lehrtexten, die auf Jahr 175 n. Chr. datiert werden. Gelehrte aus dem ganzen Land waren verpflichtet, diese Texte zu kopieren in ihren Unterweisungen zu verwenden. 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