{"id":79,"date":"2019-08-03T17:04:00","date_gmt":"2019-08-03T15:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.no2do.com\/synopse\/?p=79"},"modified":"2025-07-07T17:33:44","modified_gmt":"2025-07-07T15:33:44","slug":"27-die-ernahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/archives\/79","title":{"rendered":"27 &#8211; die ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full has-lightbox\"><a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/hexagramme\/788887.htm\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"336\" src=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/788887.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10288\" srcset=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/788887.png 200w, https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/788887-179x300.png 179w, https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/788887-89x150.png 89w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 85vw, 200px\"><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wie ein weit aufgerissenes Maul starrt es ums am, dieses <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/hexagramm\" target=\"_self\" title=\"Ein Hexagramm setzt sich aus jeweils zwei Trigrammen zusammen, wobei die Bewegung, &auml;hnlich dem Wachstum einer Pflanze, von unten nach oben verl&auml;uft: das Hexagramm wird von unten her aufgebaut (z. B. bei der Divination\/beim Orakel) und sp&auml;ter auch entsprechend gelesen. Weiterlesen: Aufbau eines Hexagramms Weiterlesen: &Uuml;bersichtsseite Hexagramme\" class=\"encyclopedia\">Hexagramm<\/a>. Furchterregend, uners&auml;ttlich. Oder auch: annehmend, offen und zu allem bereit&hellip;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen und ihr dann zu vertrauen. Darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge f&uuml;gen werden. Dass dass ich gen&auml;hrt werde, gen&auml;hrt mit allem, was ich brauche. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieses Vertrauen verlangt mir viel ab: vertrauensvolles nicht-Handeln. Annehmen und aufnehmen, was sich mir darbietet. Gleichm&uuml;tig und ohne Wertung, ohne Aufregung, ohne Gef&uuml;hlsaufwallung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann? Dann ist es vielleicht an der Zeit, auch wieder loszulassen: Das, was ich nicht mehr brauche. Was &uuml;berfl&uuml;ssig geworden ist. Vielleicht auch &ndash; wieder einmal! &ndash; die Kontrolle loszulassen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fallstudie<\/h2>\n\n\n\n<p>So weit, so gut &ndash; aber wie gehen wir nun ganz konkret mit diesem Hexagramm um, beispielsweise wie es eine Nutzerin beschreibt, die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit einem selbstgef&auml;lligen und manipulativen Arbeitskollegen hat, der sich immer wieder st&ouml;rend einmischt? Sie schreibt: &bdquo;Bisher konnte ich mich abgrenzen und mich auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren. Aber der Kollege mischt sich immer wieder ein. Ich will mich nicht auf die Spielchen einlassen und auch nicht in mein altes (Opfer-)Muster zur&uuml;ckfallen. Wie kann ich mir selbst treu bleiben und etwas erreichen?&ldquo;<\/p>\n\n\n\n<p>Das weit aufgerissene Maul von Hexagramm <em>27 &ndash; Ern&auml;hrung<\/em>, dieser gierige Schlund, verf&uuml;hrt leicht dazu, alles einfach hinunterzuschlucken. Und das tut die Nutzerin, indem sie sich bisher auf ihre eigentliche Arbeit konzentriert &ndash; und schweigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber schon im Akt des &bdquo;Etwas-in-den-Mund-Nehmens&ldquo; liegt eine Entscheidung (unteres <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/trigramm\" target=\"_self\" title=\"Die 8 Trigramme bilden die Grundlage des I Ging. Sie setzen sich aus jeweils drei durchgezogenen (Yang) bzw. durchbrochenen (Yin) Linien. Zwei Trigramme bilden ein Hexagramm, also ein Zeichen des I Ging. Die farbigen Trigramme sind mit den jeweiligen Kapiteln im I Ging Kurs verlinkt und werden dort ausf&uuml;hrlich erkl&auml;rt. Chinesischer Name Traditionelles Bild Traditionelle&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Trigramm<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/zhen-der-donner\" target=\"_self\" title=\"Moderne Deutung: Ent&shy;schei&shy;dungs&shy;f&auml;hig&shy;keit; Entschlossenheit, Enthusiasmus, Mut; Genauigkeit; Flexibilit&auml;t, St&auml;rke Zhen steht f&uuml;r unsere Entscheidungsf&auml;higkeit, f&uuml;r Entschlossenheit, Enthusiasmus, f&uuml;r Mut und Genauigkeit; auch Flexibilit&auml;t und St&auml;rke geh&ouml;ren zu Zhen. Wenn wir uns in der Natur umsehen, dann ist das Bewegungsmuster von Zhen das einer Knospe in ihre Schutzh&uuml;lle, die gerade im Aufbrechen begriffen ist: eine pl&ouml;tzliche,&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Zhen, der Donner<\/a><\/em>). Denn wenn uns etwas nicht schmeckt, dann sollten wir es am besten gleich wieder ausspucken, denn dann bekommt es uns in den meisten F&auml;llen auch nicht. Im zwischenmenschlichen Miteinander ist es nicht anders. Uns werden Dinge angeboten &ndash; Worte, Gesten, Handlungen &ndash; und wir haben die Wahl: Wir k&ouml;nnen annehmen, aber wir k&ouml;nnen auch ablehnen. Manchmal brauchen wir etwas Zeit, bis uns unsere Gef&uuml;hle als verl&auml;ssliche Wegweiser zeigen, was zu tun ist. Wenn wir f&uuml;r einen Moment ruhig werden und in uns selbst hineinh&ouml;ren (erstes und zweites <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/kernzeichen\" target=\"_self\" title=\"Der jeweils 2., 3. und 4. Strich eines Hexagramms bildet sein erstes, der 3., 4. und 5. Strich bilden sein zweites Kernzeichen. Die beiden Kernzeichen weisen auf die innere Dynamik des Hexagramms, indem sie zeigen, wie sich die beiden Trigramme des Hexagramms aufeinander zubewegen bzw. miteinander verbunden sind.\" class=\"encyclopedia\">Kernzeichen<\/a>, <em><a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/kun-die-erde\" target=\"_self\" title=\"Moderne Deutung: Das, was hier und jetzt ist, annehmen; Frieden, Stabilit&auml;t, in sich ruhen, gest&uuml;tzt und gehalten sein; sich Dinge nutzbar machen; Bindungsf&auml;higkeit und Hingabe; Selbstwertgef&uuml;hl; Mitgef&uuml;hl Kun verweist auf unstrukturiertes Potential an sich, es umfasst also materielle und nicht-materielle M&ouml;glichkeiten. Damit steht Kun f&uuml;r eine unstrukturierte Quelle der Kraft, mit der wir uns verbinden&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Kun, die Erde<\/a><\/em>), dann zeigen sie uns sehr schnell an, ob uns etwas gut tut &ndash; oder eben nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann ist es wieder der Mund, der reagiert: mit Worten, die unser inneres Empfinden ausdr&uuml;cken. Doch viele Menschen haben sich antrainiert, stark zu sein &ndash; und zu schweigen. Sie schlucken, was ihnen nicht gut tut. Sagen nichts. Aus R&uuml;cksicht. Aus Gewohnheit. Oder auch aus Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>F&uuml;r unser Gegen&uuml;ber ist das oft schwer zu deuten. Wenn keine Reaktion kommt, gehen unsere Mitmenschen oft davon aus, dass alles in Ordnung ist. Deshalb braucht es manchmal eine bewusste Selbsterziehung: Die eigenen Gef&uuml;hle ernst nehmen, ihnen nachsp&uuml;ren &ndash; und sie benennen. Nicht nur f&uuml;r uns selbst, sondern auch als Orientierung f&uuml;r unser Umfeld. Denn nur wenn wir aussprechen, was wir f&uuml;hlen, es anderen mitteilen, geben wir weniger feinf&uuml;hligen Mitmenschen die Chance zu verstehen, dass sie mit ihrem Verhalten gerade eine Grenzen &uuml;berschritten haben. Dass etwas nicht stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das ist eine Sichtweise auf <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/gen-der-berg\" target=\"_self\" title=\"Moderne Deutung: Loslassen; Trans&shy;formation; Harmonisierung Gen steht f&uuml;r unsere F&auml;higkeit Loszulassen. Indem wir das, was &uuml;berfl&uuml;ssig geworden ist, loslassen und uns auf das Wesentliche konzentrieren, b&uuml;ndeln wir unsere Kr&auml;fte und schaffen Raum f&uuml;r Neues. Loslassen harmonisiert und fokussiert unser Tun und f&uuml;hrt zu Neuausrichtung und Neuanfang. Gen l&auml;dt uns dazu ein, ehrlich zu pr&uuml;fen, was&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Gen, der Berg<\/a>, das obere Trigramm: Wir lassen etwas los, was f&uuml;r einen kurzen (oder l&auml;ngeren) Moment bei und in uns war. Wir lassen etwas los, weil wir sp&uuml;ren, dass wir es nicht wollen. Wir lassen es los wie bei einer verdorbenen Frucht, in die wir versehentlich gebissen haben und die wir auf keinen Fall schlucken wollen. Und geben dieses Etwas in die Welt zur&uuml;ck indem wir zum Ausdruck bringen, dass wir es nicht wollen, dass es nicht zu uns geh&ouml;rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kleiner Exkurs (siehe unten) in die psychoanalytische Theorie von <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/jacques-lacan\" target=\"_self\" title=\"Jacques Lacan (*13. April 1901; &dagger;9. September 1981) war ein franz&ouml;sischer Psychiater und Psychoanalytiker. Er ist bekannt f&uuml;r seine R&uuml;ckkehr zu den urspr&uuml;nglichen Schriften Sigmund Freuds, die er in neuer Weise las und weiterentwickelte. F&uuml;r Lacan ist die Psychoanalyse eine Praxis der Sprache: Das Unbewusste ist wie eine Sprache strukturiert und die Analyse vollzieht sich&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Jacques Lacan<\/a> kann hier hilfreich sein: Er spricht von &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/symbolisierung\" target=\"_self\" title=\"Symbolisierung bezeichnet den psychischen Vorgang, bei dem inneres Erleben - etwa ein Gef&uuml;hl, eine Erinnerung oder eine Vorstellung - in Sprache &uuml;berf&uuml;hrt wird. Erst durch die Symbolisierung wird - so die psychoanalytische Theorie - etwas innerlich Bewegendes fassbar, mitteilbar und bearbeitbar. Was wir in Worte fassen k&ouml;nnen, k&ouml;nnen wir einordnen, durchdenken, mit anderen teilen. Ohne&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Symbolisierung<\/a>&ldquo;, d.h. dass das Erlebte <em>symbolisiert<\/em>, in Sprache gefasst werden muss. Was zun&auml;chst kompliziert klingt, ist im Grunde ganz einfach: Gef&uuml;hle bekommen erst durch Worte ihren Platz. Erst wenn wir benennen k&ouml;nnen, was uns bewegt, sind wir auch in der Lage, damit umzugehen: es zu bewahren, zu verarbeiten oder vielleicht auch loszulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>So zeigt sich das weit aufgerissene Maul nicht nur als Ort der Aufnahme &ndash; sondern auch als ein sprechender Mund. Ein Mund, der laut, klar und deutlich ausspricht, was in uns vorgeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading hexagrammseiten\">Weitere Fragestellungen zu Hexagramm 27<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Nutzerin fragt: &bdquo;Wie soll ich mich einem Mann gegen&uuml;ber verhalten, den ich n&auml;her kennen lernen m&ouml;chte?&ldquo;<\/li>\n\n\n\n<li>Eine weitere Nutzerin besch&auml;ftigt sich nun schon seit &uuml;ber einem Jahr mit ihren Verschiedenen &bdquo;Baustellen&ldquo;: Hausverkauf, Wohnungs- und Arbeitssuche, partnerschaftliche Neuorientierung. Sie fragt: &bdquo;Was soll und muss ich noch tun?&ldquo; Sie leidet unter der Ungewissheit der Situation und st&ouml;&szlig;t immer wieder auf Blockaden. Allm&auml;hlich f&uuml;hlt sie sich sehr ersch&ouml;pft.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div id=\"psychoanalyse\" class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Exkurs: <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/i-ging\" target=\"_self\" title='Das I Ging (chin. &#63968;&#32147;, y&igrave; jing, W.-G. I Ching, auch: I Jing, Yi Ching, Yi King; \"das Buch der Wandlungen\") basiert auf Kosmologie und Philosophie des alten China, speziell dem Daoismus (Taoismus). Grundideen des I Ging sind eine Ausgewogenheit der Gegenteile und ein Akzeptieren der Ver&auml;nderung. Das Buch beschreibt die Welt in 64 Bildern,&hellip;' class=\"encyclopedia\">I Ging<\/a> und Psychoanalyse<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hexagramm 27 &ndash; die Ern&auml;hrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\"><strong>Schlagworte:<\/strong> Das Unbewusste als strukturierendes Prinzip | Das Symptom als Botschaft | Symbolisierung und orale Fixierung<\/p>\n\n\n\n<p>Ist das offene Maul von Hexagramm 27 &ndash; <em>Ern&auml;hrung<\/em> &ndash; ein Zeichen unstillbarer Gier? Oder Ausdruck einer bereitwilligen &Ouml;ffnung? Es sind interessante Fragen, die uns das Hexagramm stellt. Bin ich bereit zu empfangen? Traue ich mich, zu vertrauen &ndash; dem Leben, dem Anderen, dem, was gegeben wird? Bin ich bereit, meine Bed&uuml;rftigkeit zuzulassen? Oder will ich alles verschlingen, was sich mir bietet?<\/p>\n\n\n\n<p>Je nachdem, wie die Antwort ausf&auml;llt, zeigt sich der Unterschied zwischen Vertrauen und Mangel. Die Haltung des Vertrauens bef&auml;higt uns, das, was uns gegeben wird, zu empfangen &ndash; ohne Anspruch, ohne Kontrolle. Die Haltung des Mangels hingegen macht uns zu verschlingenden Subjekten, die verzweifelt versuchen, die eigene innere Leere zu bannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was das Subjekt aufnimmt &ndash; ob Worte, Bilder, Bedeutungen &ndash; pr&auml;gt es. Alles, was wir aufnehmen, wird Teil von uns: entweder bewusst oder als Teil des Unbewussten. Das Unbewusste ist nach Jacques Lacan kein dunkles Triebbecken (wie es bei Freud oft gelesen wurde), sondern ein strukturierendes Prinzip, vergleichbar mit der Sprache. Es besteht aus <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/signifikant\" target=\"_self\" title=\"Als Signifikant wird die Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens bezeichnet, also seine materielle oder wahrnehmbare Form, z.B. ein Laut, ein Schriftbild oder ein Symbol. Der Signifikant verweist auf ein Gemeintes, das so genannte Signifikat, d.h. auf einen Inhalt oder Begriff. Beide - Signifikant und Signifikat - sind zu unterscheiden vom realen Objekt, also dem konkreten Ding&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Signifikant<\/a>en, also sprach&auml;hnlichen Elementen, die sich verschieben, kombinieren, sich &uuml;berlagern. Manchmal dringen Botschaften aus dem Unbewussten zu uns, in Tr&auml;umen, Fehlleistungen, Phantasien, &uuml;berall dort, wo Sprache und Sinn &bdquo;aus dem Takt&ldquo; geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch manches, was wir aufnehmen, bleibt unverdaulich. Wenn wir es nicht symbolisieren k&ouml;nnen &ndash; wenn die Sprache stockt, die Bedeutung sich staut oder verknotet -, erscheint es als Symptom.<\/p>\n\n\n\n<p>In unseren Symptomen k&ouml;nnen wir der Spur unseres <a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/glossar\/begehren\" target=\"_self\" title=\"Das Begehren ist in der Psychoanalyse von Jacques Lacan keine Reaktion auf ein konkretes Bed&uuml;rfnis und kein bewusster Wunsch &ndash; sondern eine unstillbare Bewegung, die aus einem strukturellen Mangel entsteht. Begehren bildet dort, wo etwas fehlt &ndash; nicht etwas Bestimmbares, sondern eine grundlegende Leerstelle in der symbolischen Struktur, die das Subjekt umgibt. Es ist diese&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Begehren<\/a>s nachsp&uuml;ren. Denn jedes Symptom spricht eine bestimmte Wahrheit aus, eine verschl&uuml;sselte Botschaft unseres Unbewussten. Lacan beschreibt das Symptom als verdichtete, verkleidete Form unbewusster Wahrheit. Nur wer bereit ist, zuzuh&ouml;ren, erkennt: <em>Das, was mich st&ouml;rt, ist auch das, was mich spricht.<\/em> Ein Subjekt jedoch, das fixiert bleibt auf das, was es vermeintlich &bdquo;braucht&ldquo;, kann diese Botschaft nicht mehr h&ouml;ren. Es verpasst, was das Unbewusste zu sagen versucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, was wir aufnehmen und symbolisieren k&ouml;nnen, l&auml;sst sich verwandeln &ndash; in Bedeutung, in Ausdruck, in Erkenntnis. Und nur wenn wir auf diese Weise &bdquo;verdauen&ldquo;, k&ouml;nnen wir auch das loslassen, was uns nicht mehr n&auml;hrt &ndash; um neuen Raum in uns zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die Reife des Subjekts zeigt sich nicht darin, dass es &bdquo;alles hat&ldquo;, sondern darin, dass es Raum hat &ndash; auch f&uuml;r den konstitutiven Mangel selbst.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"is-style-info\">Die &Uuml;bersichtsseite zu diesem Hexagramm finden Sie hier: <br><a href=\"https:\/\/www.no2do.com\/hexagramme\/788887.htm\">https:\/\/www.no2do.com\/hexagramme\/788887.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein weit aufgerissenes Maul starrt es ums am, dieses Hexagramm. Furchterregend, uners\u00e4ttlich. Oder auch: annehmend, offen und zu allem bereit&#8230;. Es ist gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen und ihr dann zu vertrauen. Darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge f\u00fcgen werden. Dass dass ich gen\u00e4hrt werde, gen\u00e4hrt mit allem, was ich&hellip; <a class=\"continue\" href=\"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/archives\/79\">Weiterlesen:<span> 27 &#8211; die ern\u00e4hrung<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[48,1],"tags":[35,36,265,260,25,27,266],"class_list":["post-79","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hexagramme","category-neu","tag-k1-kun","tag-k2-kun","tag-kun-gen","tag-kun-kun","tag-oben-gen","tag-unten-zhen","tag-zhen-kun"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12064,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79\/revisions\/12064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.no2do.com\/synopse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}