05 – das warten

„Ich, ich, ganz ich!“ – Nein, keine Egotrip, sondern: Ich bin bei mir, ganz eins mit mir selbst, bin vollständig zentriert… Alles klar? OK, also, noch einmal: Ich, ich, ganz ich, vollkommen ruhig, in mir verwurzelt und wende mich von hier und jetzt aus… der Welt zu.

Was für eine Vielzahl an Möglichkeiten! Wie in aller Welt soll ich wählen? Was ist richtig, wichtig, was überflüssig? Meinen Kopf kann mir helfen, einige dieser Fragen zu klären: Was entspricht mir? Was lenkt mich vom Weg ab? Einige Fälle bleiben dennoch unentscheidbar, sie liegen außerhalb der Reichweite meines Intellekts: Ich kenne einfach nicht alle Fakten. „05 – das warten“ weiterlesen

09 – des kleinen zähmungskraft

777877„Ich, ich, ganz ich!“ – Jetzt stehe erst einmal ich selbst im Zentrum: eins mit mir, zentriert, verwurzelt. Das ist der Ausgangspunkt. Und von hier aus wende ich mich – wenn ich mich bereit dazu fühle – der Welt zu.

Was für eine Vielzahl an Möglichkeiten stürmt da auf mich ein! Wie in aller Welt soll ich auswählen? Was ist richtig, was ist wichtig, was ist überflüssig? Wie soll ich die Wahl treffen? „09 – des kleinen zähmungskraft“ weiterlesen

11 – der friede

777888„Ich, ich, ganz ich!“ – Habe ich diese Nachricht wirklich verstanden? Habe ich die feine, kleine, klare Stimme gehört… und ihre Nachricht, die sie, tief aus meinem Inneren, zu mir spricht? Hören wir noch einmal ganz genau hin: Was teilt sie mir da mit?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Nachricht längst verstanden. Vielleicht wollte ich sie nur nicht wahrhaben? Habe gehofft, ich hätte mich getäuscht? Aber ich täuschte mich nicht. Die Stimme ist da, und ich habe ihre Mitteilung verstanden. „11 – der friede“ weiterlesen

18 – die arbeit am verdorbenen

Ist in dieser Sache der Wurm drin? Wenn ja: welcher? Eine dynamische Entwicklung endet unvermutet mit einen Realitätscheck – warum? Eigendynamik, Momentum sind eigentlich positiv. Unangenehm wird es, wenn der Autopilot die Kontrolle übernimmt. Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Ein Realitätscheck ist da ganz heilsam: Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Macht es Sinn? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Die Beantwortung dieser Fragen wird eine Entscheidung nach sich ziehen. Und wahrscheinlich muss man auch etwas loslassen: den Autopiloten, der bis vorhin noch gesteuert hat vielleicht?

Fragestellungen
  • Eine Nutzerin stellt dem I Ging folgende Frage: „XY möchte keinen Kontakt mit mir, ganz abrupt und ohne Erklärung. Ich weiß nicht, was los ist und würde gerne verstehen, was ich jetzt zu tun habe. Einerseits ist in mir noch Hoffnung, dass er sich wieder bei mir meldet. Andererseits überlege ich auch, ob ich ihn ganz loslassen und mich neu orientieren soll.“ Die Antwort es I Ging lautet: 18 – Arbeit am Verdorbenen.
  • Ein  Nutzer schreibt von Problemen in der Familie, viel Herzeleid. Er fragt: „Was kann ich tun/ändern?“*

* Hier ist das Ursprungshexagramm 57 – das Sanfte. Die 5. Linie wandelt sich, zu Hexagramm 18 – die Arbeit am Verdorbenen.

Fallstudie

Das Schriftzeichen Gu, der chinesische Name des Hexagramms 18 – Arbeit am Verdorbenen, ist eine Schale voll Würmer, was an die deutsche Redensart „Da ist der Wurm drin“ denken lässt. Im älteren I Ging von Mawangdui wird das Zeichen 18 mit Ge bezeichnet, Stängel aus Bambus, Symbol für Biegsamkeit und Standfestigkeit.
In der von der Nutzerin geschilderten Situation ist also „der Wurm drin“. Dynamisches Wachstum (Sun, der Wind / Baum; erstes Trigramm) endet unvermutet mit einem Feedback im Außen (Dui, der See; erstes Kernzeichen).
Eigentlich hätte es doch immer so weiter gehen können. Wieso endet Sun, Wachstum, ein Prozess, ein Weg, so plötzlich? Was bestimmt dieses Ende? Die Beziehung der Nutzerin entwickelte sich gut, sie drängte dynamisch vorwärts, gewann Momentum – und wird plötzlich hinterfragt. Dui verweist auf einen Realitätscheck: macht das Geschehen für alle Beteiligten Sinn? Funktioniert es – oder eben nicht? Vielleicht hatte das Wachstum, Sun, eine Eigendynamik angenommen, die zumindest einem der Beteiligten nicht angenehm war?
Eigendynamik, Momentum ist eigentlich eine positive Eigenschaft von dynamischem Wachstum (Sun). Manchmal, wenn Eigendynamik zu Autopilot wird, kann sie aber auch unangenehm werden. Um diese unangenehme Ausprägung von Sun in einem Bild zu fassen: da entdecken zwei Menschen einen kleinen Karren am Wegesrand, machen ihn flott, freuen sich darüber und aneinander, schieben an, springen auf. Der kleine Karren rollt mit ihnen gemütlich die Straße entlang. Allmählich, ohne dass sie es recht bemerken, wird die Straße abschüssig. Der Wagen rollt schneller. Rechts und links des Weges tauchen Mauern auf, werden höher, die Straße wird enger.
Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Wir alle tragen diese fremden Prägungen in uns. Wir haben sie von unseren Eltern, von unserem Umfeld übernommen. Wenn wir uns aufmerksam beobachten, können wir sie wahrnehmen. Andernfalls übernehmen sie früher oder später die Kontrolle über unser Leben und wir sitzen irgendwann auf einem Karren, der eine enge Straße entlangsteuert – und haben keinerlei Kontrolle über das Geschehen.
Der Realitätscheck (Dui, der See; erstes Kernzeichen) ist heilsam. Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Vielleicht fühlt sich die Fahrt auf dem Wägelchen längst nicht mehr nach Freiheit und Ungebundenheit an, sondern nach Enge und Ausweglosigkeit.
Auf Dui, den Realitätscheck, folgt Zhen, der Donner (zweites Kernzeichen): Einer der Beteiligten springt vom Wagen, der auf Autopilot läuft, ab. Und hat plötzlich wieder Kontrolle über sein/ihr Leben.
Das Zeichen 18 – Arbeit am Verdorbenen endet mit Gen, der Berg (oberes Trigramm). Loslassen. Wenn man sich entscheidet (Zhen), dann scheidet man die Dinge – in das was ist und was man behält – und jenes was man loslässt (Gen). Fremde Prägungen loszulassen ist ein guter Anfang. Aus den klassichen Deutungstexten: „Infolge der Arbeit am Verdorbenen (18) kommt es zu einer Neuordnung.“
Beide Schriftzeichen des Hexagramms (Gu = eine Schale voll Würmer, Ge = Stängel aus Bambus) geben uns wichtige Hinweise: Einer Situation, in der der Wurm ist, begegnet man am Besten mit Flexibilität/Biegsamkeit – und bleibt sich dabei selbst treu (Standfestigkeit).

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/877887.htm

26 – des großen zähmungskraft

777887„Ich, ich, ganz ich!“ – Ich stehe am Gipfel, ich habe etwas erreicht. Und jetzt? Für einen Moment ruhe ich mich noch aus, genieße die spektakuläre Aussicht. Aber dann?
Ich stehe auf dem Gipfel, ich habe etwas erreicht, ich genieße die Aussicht… Was sehe ich? Weitere Gipfel, zu denen ich aufbrechen könnte. Um den Kreislauf der Welt von neuem beginnen zu lassen.

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46 – das empordringen

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Fragestellungen

Verschiedene Nutzer beschrieben Situationen und Fragestellungen zu Hexagramm 46 – das Empordringen:

  • Ein Nutzer schildert seine Situation folgendermaßen: „In meiner Familie geht es vor allem um Erfolg – und Konkurrenz untereinander. Ich war immer der Verlierer, das Problem.“ Anlässlich seines Neuanfangs und Bezugs einer eigenen, neue Wohnung stellt er folgende Frage: „Unter welchem Stern steht mein Leben in diese Wohnung?“
  • Eine Nutzerin schreibt: „Ich habe vor ca. einem Jahr einen Mann kennengelernt, der, wie ich, in einer Beziehung lebt. Wir verstanden uns extrem gut und beschlossen, platonisch befreundet zu sein. Aber wir haben uns beide ineinander verliebt. Wir waren so naiv… Mein Verstand sagt mir: Gib ihn auf! Aber es ist schwer, auf einen Menschen zu verzichten, den man so sehr mag. Es fängt es an, mir weh zu tun.“
  • Eine Nutzerin fühle sich wie schwanger mit vielen verschiedenen Informationen, die zu einem sinnvollen Ganzen gefügt werden wollen. Ihre Frage an das I Ging: „Wie kann das geschehen?“
  • Ein weiterer Nutzer fragt: „An meinem Arbeitsplatz wird viel gemobbt, sogar nette Kollegen sind betroffen. Wie soll ich mich verhalten?“
  • Ein Nutzer stellt folgende Frage: „Wie kann ich mich gegenüber und mit meiner Kunst verhalten, [mit ihr] in ein Verhältnis kommen?“ Immer wieder steht er im Zwiespalt mit sich und seiner Kunst. Wie er mit seiner Kunst nach Außen gehen, ohne dabei ausschließlich über sie identifiziert zu werden bzw. sich sehr zu identifizieren? Dieser Zwiespalt wurde so schlimm, dass er buchstäblich Angst- und Panikattacken bekam: vor den Erwartungen anderer – und vor den eigenen Erwartungen. Kunst konnte er nur noch unter immensem inneren Druck machen, inzwischen ist er zur Einsicht gelangt, dass in der Quelle seiner Kreativität auch seine größte (alte) Verletzung liegt. All das steht dem im Weg, seine Kunst leicht und frei ausüben zu können.

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48 – der brunnen

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Fragestellungen
  • Ein Nutzer befragt das I Ging bezüglich seiner unternehmerischen Ausrichtung und erhält mehrfach (!) das Hexagramm 48 – der Brunnen. Seine Frage bezieht sich auf Kriterien, nach denen er in Zukunft berufliche und unternehmerische Entscheidungen treffen soll: Soll er sich in Zukunft stärker an konventionellen Kriterien (Sicherheit, Entlohnung) oder an seinen persönlichen Überzeugungen (Ethik Philosophie) und Interessen (Weiterentwicklung, Innovation) orientieren?

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57 – das sanfte

Fragestellungen
  • Ein Nutzer schreibt: „Ich kann nicht mehr, die Situation laugt mich aus, aber dagegen kämpfen macht mich noch müder und erschöpfter.“ Seine Frage an das I Ging: „Ist der Satz, die Haltung Ich bin einverstanden, jetzt sinnvoll?“ Die Antwort des I Ging lautet 57 – das Sanfte.
  • Ein Nutzer fragt: „Wie soll ich mit den Impulsen umgehen, wie komme ich in meine Mitte, was sind meine wirklichen Absichten?“
  • Ein Nutzer fragt: „Soll ich einen klaren Schritt wagen und für eine Stiftung arbeiten?“ Aktuell ist er bei einem ausbeuterischen und menschenverachtend gewinnorientierten Unternehmen angestellt, was er kaum mehr erträgt. Eigentlich steht sein Entschluss zu wechseln fest, jetzt hoffe er, dass alles klappt.

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