17 – die nachfolge

788778Etwas Neues bricht sich entschlossen und machtvoll Bahn und transformiert die gesamte Situation. Dieser Neubeginn hat jedoch auch einen Preis: wir müssen Veraltetes, Obsoletes, alte Muster loslassen und auflösen – auch wenn sie uns gewohnt und vertraut sind und uns das Loslassen erst einmal schwer fällt. Vielleicht hilft dieses Bild: ein Baum, der altes Blattwerk abwirft, sich bereit macht für einen neuen Jahreszyklus; das alte Laub wird ihm als Dünger für neues Wachstum dienen. Diesen Dünger, der durch Loslassen entsteht, brauchen auch wir: für unser vorwärts drängendes Wachstum, das sich schon bald mit der Welt verweben, im Geben und Nehmen mit ihr schwingen wird. „17 – die nachfolge“ weiterlesen

18 – die arbeit am verdorbenen

Ist in dieser Sache der Wurm drin? Wenn ja: welcher? Eine dynamische Entwicklung endet unvermutet mit einen Realitätscheck – warum? Eigendynamik, Momentum sind eigentlich positiv. Unangenehm wird es, wenn der Autopilot die Kontrolle übernimmt. Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Ein Realitätscheck ist da ganz heilsam: Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Macht es Sinn? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Die Beantwortung dieser Fragen wird eine Entscheidung nach sich ziehen. Und wahrscheinlich muss man auch etwas loslassen: den Autopiloten, der bis vorhin noch gesteuert hat vielleicht?

Fragestellungen
  • Eine Nutzerin stellt dem I Ging folgende Frage: „XY möchte keinen Kontakt mit mir, ganz abrupt und ohne Erklärung. Ich weiß nicht, was los ist und würde gerne verstehen, was ich jetzt zu tun habe. Einerseits ist in mir noch Hoffnung, dass er sich wieder bei mir meldet. Andererseits überlege ich auch, ob ich ihn ganz loslassen und mich neu orientieren soll.“ Die Antwort es I Ging lautet: 18 – Arbeit am Verdorbenen.
  • Ein  Nutzer schreibt von Problemen in der Familie, viel Herzeleid. Er fragt: „Was kann ich tun/ändern?“*

* Hier ist das Ursprungshexagramm 57 – das Sanfte. Die 5. Linie wandelt sich, zu Hexagramm 18 – die Arbeit am Verdorbenen.

Fallstudie

Das Schriftzeichen Gu, der chinesische Name des Hexagramms 18 – Arbeit am Verdorbenen, ist eine Schale voll Würmer, was an die deutsche Redensart „Da ist der Wurm drin“ denken lässt. Im älteren I Ging von Mawangdui wird das Zeichen 18 mit Ge bezeichnet, Stängel aus Bambus, Symbol für Biegsamkeit und Standfestigkeit.
In der von der Nutzerin geschilderten Situation ist also „der Wurm drin“. Dynamisches Wachstum (Sun, der Wind / Baum; erstes Trigramm) endet unvermutet mit einem Feedback im Außen (Dui, der See; erstes Kernzeichen).
Eigentlich hätte es doch immer so weiter gehen können. Wieso endet Sun, Wachstum, ein Prozess, ein Weg, so plötzlich? Was bestimmt dieses Ende? Die Beziehung der Nutzerin entwickelte sich gut, sie drängte dynamisch vorwärts, gewann Momentum – und wird plötzlich hinterfragt. Dui verweist auf einen Realitätscheck: macht das Geschehen für alle Beteiligten Sinn? Funktioniert es – oder eben nicht? Vielleicht hatte das Wachstum, Sun, eine Eigendynamik angenommen, die zumindest einem der Beteiligten nicht angenehm war?
Eigendynamik, Momentum ist eigentlich eine positive Eigenschaft von dynamischem Wachstum (Sun). Manchmal, wenn Eigendynamik zu Autopilot wird, kann sie aber auch unangenehm werden. Um diese unangenehme Ausprägung von Sun in einem Bild zu fassen: da entdecken zwei Menschen einen kleinen Karren am Wegesrand, machen ihn flott, freuen sich darüber und aneinander, schieben an, springen auf. Der kleine Karren rollt mit ihnen gemütlich die Straße entlang. Allmählich, ohne dass sie es recht bemerken, wird die Straße abschüssig. Der Wagen rollt schneller. Rechts und links des Weges tauchen Mauern auf, werden höher, die Straße wird enger.
Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Wir alle tragen diese fremden Prägungen in uns. Wir haben sie von unseren Eltern, von unserem Umfeld übernommen. Wenn wir uns aufmerksam beobachten, können wir sie wahrnehmen. Andernfalls übernehmen sie früher oder später die Kontrolle über unser Leben und wir sitzen irgendwann auf einem Karren, der eine enge Straße entlangsteuert – und haben keinerlei Kontrolle über das Geschehen.
Der Realitätscheck (Dui, der See; erstes Kernzeichen) ist heilsam. Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Vielleicht fühlt sich die Fahrt auf dem Wägelchen längst nicht mehr nach Freiheit und Ungebundenheit an, sondern nach Enge und Ausweglosigkeit.
Auf Dui, den Realitätscheck, folgt Zhen, der Donner (zweites Kernzeichen): Einer der Beteiligten springt vom Wagen, der auf Autopilot läuft, ab. Und hat plötzlich wieder Kontrolle über sein/ihr Leben.
Das Zeichen 18 – Arbeit am Verdorbenen endet mit Gen, der Berg (oberes Trigramm). Loslassen. Wenn man sich entscheidet (Zhen), dann scheidet man die Dinge – in das was ist und was man behält – und jenes was man loslässt (Gen). Fremde Prägungen loszulassen ist ein guter Anfang. Aus den klassichen Deutungstexten: „Infolge der Arbeit am Verdorbenen (18) kommt es zu einer Neuordnung.“
Beide Schriftzeichen des Hexagramms (Gu = eine Schale voll Würmer, Ge = Stängel aus Bambus) geben uns wichtige Hinweise: Einer Situation, in der der Wurm ist, begegnet man am Besten mit Flexibilität/Biegsamkeit – und bleibt sich dabei selbst treu (Standfestigkeit).

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/877887.htm

21 – das durchbeißen

Meistens wenn wir Änderung wünschen, wenn wir eine Entscheidung treffen, denken wir, wir müssten jetzt etwas Neues tun, dem bereits Bestehenden etwas nie Dagewesenes hinzufügen.

Manchmal ist gerade das Gegenteil zielführend: nichts tun – und etwas loslassen. Vielleicht ein Selbstbild, eine Gewohnheit, den gewohnten Blick auf etwas, ein “schon immer”. Vielleicht auch unseren Impuls, jetzt mit der Faust auf den Tisch zu hauen und unseren Willen durchzuboxen. „21 – das durchbeißen“ weiterlesen

22 – die anmut

787887Manchmal ist unser kühler Kopf die Rettung: wenn es drunter und drüber geht, wenn die Bauchgefühle verrückt spielen. Aber vielleicht spielen sie gar nicht verrückt, wir verstehen nur einfach nicht, was sie uns sagen wollen. Dann hilft der kühle Kopf – und weist dem Bauch den Weg. Lichtet das Dunkel. Beruhigt den Aufruhr. „22 – die anmut“ weiterlesen

25 – die unschuld

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Fragestellungen

Folgende Fragen bzw. Situationsbeschreibunge erreichten mich zum Hexagramm 25 – die Unschuld:

  • Ein Nutzer schreibt: „Nach einem unschönen Ereignis vor ein paar Monaten befinde ich mich mehr oder weniger in einer Art Krise. Ich habe mein Leben im Griff und komme einigermaßen klar, emotional bin ich allerdings nach wie vor sehr mitgenommen. So gut es geht versuche ich seither zu verstehen, was da eigentlich passiert ist – auch, indem ich das I Ging befrage.“
  • Ein Nutzer fragt: „Bitte, sag mir, wie es mit X. und mir im neuen Jahr weitergeht!“
  • Eine Nutzern hat eine für sie sehr wichtigen Menschen auf skurrile Weise kennengelernt. Ihre Frage: „Wird es ein Wiedersehen geben? Bzw.: Was ist der Sinn?

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26 – des großen zähmungskraft

777887„Ich, ich, ganz ich!“ – Ich stehe am Gipfel, ich habe etwas erreicht. Und jetzt? Für einen Moment ruhe ich mich noch aus, genieße die spektakuläre Aussicht. Aber dann?
Ich stehe auf dem Gipfel, ich habe etwas erreicht, ich genieße die Aussicht… Was sehe ich? Weitere Gipfel, zu denen ich aufbrechen könnte. Um den Kreislauf der Welt von neuem beginnen zu lassen.

„26 – des großen zähmungskraft“ weiterlesen

29 – das abgründige

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Fragestellungen

Bisher gab es folgende Rückmeldungen zu Hexagramm 29 – das Abgründige:

  • Durch äußere Umstände gezwungen lebt die Nutzerin in einer internationalen Fernbeziehung. Ihr freiheitsliebender Partner kommt gut damit zurecht, für sie selbst ist es ein „besser-als-nichts“: Im Grunde funktioniert die Situation so nicht für sie.
  • Ein weiterer Nutzer verbindet spiegelglatte See über Untiefen mit folgenden Überlegungen: „Spiegelglatte See bedeutet für mich so viel wie: alles totschweigen. Von Außen sieht alles ruhig aus, aber unter der spiegelglatten Oberfläche gibt es gewaltige emotionalen Untiefen. Diese Untiefen sind die uralten Handlungsmuster, die seit Jahrtausenden von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Ich selbst, als Teil dieser Kette, bin ohne Einfluss darauf, mein Bewusstsein / Körperbewusstsein reagiert gar nicht auf meine Wünsche nach Befreiung und Veränderung. Das Resultat ist, dass ich faktisch handlungsunfähig bin. Ich kann mich zwar aufbäumen gegen die ungewollten Umstände, aber wenn meine Kraft aufgebraucht ist, bleibt mir nur die Resignation. In meinem Fall ist das ein sich seit mehr als 50 Jahren wiederholender Kreislauf.“

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/878878.htm

51 – das erregende

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Fragestellungen
  • Ein Nutzer ist vor kurzem befördern worden, d. h. intern auf eine höhere Position aufgerückt. Doch er kommt mit der neuen Herausforderung nicht zurecht: er fühlt sich von den Kollegen und Mitarbeitern nicht ernst genommen. Seine Frage an das I Ging: „Wie soll ich mich verhalten?“
  • Eine Nutzerin fragt: „Wie kann ich meine unbewussten Anpassungszwänge und Ängste auflösen und wirklich unabhängig und unangepasst leben?“
  • Ein Nutzer hat eine Arbeit ins Ausland geschickt und befragte das I Ging, ob überhaupt und wenn ja, mit welcher Art von Reaktion er rechnen kann: „Kommt jetzt etwas in Bewegung?“
  • Ein Nutzer erlebt ständig Konfliktsituation mit Partner in denen es um Dinge geht, die schon lange nicht mehr passen. Andere Gespräche finden nicht statt. Ihm stellt sich die Frage – und er stellt sie dem I Ging –, ob Beziehung beendet ist.

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/788788.htm

52 – das stillhalten

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Fragestellungen

Zum Hexagramm 52 – das Stillhalten erhalte ich verschiedene Anfragen:

  • „Wie kann ich erreichen, in meinem Beruf selbständig zu arbeiten?“ fragt eine Nutzerin. Erläuternd ergänzt sie: „Seit ich dieses Jahr eine Weiterbildung besucht habe, spiele ich immer öfter mit dem Gedanken, mir ein zweites Standbein (Selbständigkeit) aufzubauen. Der Referent dieser Weiterbildung hat mich sehr beeindruckt, und ohnehin wollte ich bereits seit längerer Zeit neue Methoden ausprobieren und beruflich eigene Wege gehen.“
  • Ein anderer Nutzer fragt: „Darf ich mit Reiki und alternativen Methoden heilen?“ Der Nutzer arbeitet in seinem erlernten Beruf als Metzger, aber das wird ihm immer beschwerlicher, v. a. weil dieses Umfeld seine spirituellen Interessen nicht teilt. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt er sich u. a. intensiv mit Reiki und hat großen Respekt vor dieser Arbeit. Daher seine zurückhaltende Frage, ob er mit Reiki anderen helfen darf.
  • Ein weiterer Nutzer, der das Hexagramm 52 – das Stillhalten erhält schreibt: „Ich befinde mich in einer ausweglosen Situation. Es geht nichts!“ „52 – das stillhalten“ weiterlesen

59 – die auflösung

Fragestellungen
  • Eine Nutzerin befragt das I Ging bezüglich ihrer unternehmerischen Konstellation: Sie hat das Gefühl, dass es an der Zeit ist, die Gesellschaftsform, die lange Zeit gut zu ihren Projekten passte, zu ändern. In Zukunft möchte sie sich auf eine andere Zielgruppe konzentrieren. Die Befragung des I Gings ergibt das Zeichen 59 – die Auflösung. Der Titel des Zeichens, Auflösung verwirrt sie: Bedeutet das Zeichen etwa, dass sie erst die alte Firma abwickeln soll, um dann, quasi mit reinem Tisch, in neuer Konstellation zu beginnen?
  • Eine andere Nutzerin fragt: „Was sollte ich bezüglich eines Wechsels meines Wohnortes bedenken ? Ich wünsche mir Ursprünglichkeit, mehr Authentizität, mehr Harmonie von Innen- und Außenwelt.“
    „59 – die auflösung“ weiterlesen

60 – die beschränkung

Fragestellungen
  • Die Frage des Nutzers lautet: „Was gibt es zur Stadt / Umgebung, in der ich lebe, zusagen?“ Der Nutzer wohnt schon lange an diesem Ort, jedoch schon immer mit einem Gefühlt von Entfremdung, Unwohlsein, wie ein Gefangener. Gleichzeitig fühlt er auch Dankbarkeit – aber eben auch eine große Schwere, Last, Langeweile.
    Die Antwort des I Ging lautet: 60 – die Beschränkung.
    Irgendwie mag er die Deutung mit dem Humus. Ein ähnlicher Satz begleitet ihn schon länger, von Blumen, die genau diesen Boden/Mist benötigen, um zu wachsen.
  • Die Frage des Nutzers: „Was ist jetzt, in dieser existentiell bedrohlichen Situation, wichtig?“ Zum Hintergrund erläutert er, dass sich neue Projekte entwickeln, die ihm berechtigterweise Hoffnung geben. Er spürt dass er die Hoffnung nähren sollte und gleichzeitig das Chaos, in dem er sich befindet (Wohnumfeld), leichter nehmen sollte. Es zwar viel zu bereinigen, dass ihn dieser Berg und die alten Ängste fast lähmen, zugleich spürt er aber auch diese Hoffnung, dieses Licht, das Mut macht und sagt: Alles ist GUT.
  • Ein Nutzer fragt, wie er sich in der sich anbahnenden Kooperation verhalten soll. Er fühlt sich seinem Auftraggeber aufgrund seiner größeren Erfahrung eigentlich überlegen und würde gerne Tempo machen. Andererseits ist klar, dass sein Gegenüber das Gesamtprojekt leitet und koordiniert.

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/778878.htm

61 – innere wahrheit

Fragestellungen
  • Ein Nutzer hat folgendes Anliegen: „Warum kommt in mir dauernd die Frage nach dem Sinn meines Lebens hoch, wenn die Frage doch scheinbar keinen Sinn macht und ich mich nur im Kreis drehe?“ Die Antwort des I Ging: 61 – Innere Wahrheit.
  • Eine andere Nutzerin fragt, was ihr das kommende Jahr bringen wird. Die Antwort, Hexagramm 61 – innere Wahrheit, passt gut zu ihrer Lebenssituation, in der sie sich immer mehr von ihrer inneren Stimme, ihren Wahrnehmung führen lässt.
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