11 – der friede

777888„Ich, ich, ganz ich!“ – Habe ich diese Nachricht wirklich verstanden? Habe ich die feine, kleine, klare Stimme gehört… und ihre Nachricht, die sie, tief aus meinem Inneren, zu mir spricht? Hören wir noch einmal ganz genau hin: Was teilt sie mir da mit?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Nachricht längst verstanden. Vielleicht wollte ich sie nur nicht wahrhaben? Habe gehofft, ich hätte mich getäuscht? Aber ich täuschte mich nicht. Die Stimme ist da, und ich habe ihre Mitteilung verstanden. „11 – der friede“ weiterlesen

18 – die arbeit am verdorbenen

Ist in dieser Sache der Wurm drin? Wenn ja: welcher? Eine dynamische Entwicklung endet unvermutet mit einen Realitätscheck – warum? Eigendynamik, Momentum sind eigentlich positiv. Unangenehm wird es, wenn der Autopilot die Kontrolle übernimmt. Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Ein Realitätscheck ist da ganz heilsam: Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Macht es Sinn? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Die Beantwortung dieser Fragen wird eine Entscheidung nach sich ziehen. Und wahrscheinlich muss man auch etwas loslassen: den Autopiloten, der bis vorhin noch gesteuert hat vielleicht?

Fragestellungen
  • Eine Nutzerin stellt dem I Ging folgende Frage: „XY möchte keinen Kontakt mit mir, ganz abrupt und ohne Erklärung. Ich weiß nicht, was los ist und würde gerne verstehen, was ich jetzt zu tun habe. Einerseits ist in mir noch Hoffnung, dass er sich wieder bei mir meldet. Andererseits überlege ich auch, ob ich ihn ganz loslassen und mich neu orientieren soll.“ Die Antwort es I Ging lautet: 18 – Arbeit am Verdorbenen.
  • Ein  Nutzer schreibt von Problemen in der Familie, viel Herzeleid. Er fragt: „Was kann ich tun/ändern?“*

* Hier ist das Ursprungshexagramm 57 – das Sanfte. Die 5. Linie wandelt sich, zu Hexagramm 18 – die Arbeit am Verdorbenen.

Fallstudie

Das Schriftzeichen Gu, der chinesische Name des Hexagramms 18 – Arbeit am Verdorbenen, ist eine Schale voll Würmer, was an die deutsche Redensart „Da ist der Wurm drin“ denken lässt. Im älteren I Ging von Mawangdui wird das Zeichen 18 mit Ge bezeichnet, Stängel aus Bambus, Symbol für Biegsamkeit und Standfestigkeit.
In der von der Nutzerin geschilderten Situation ist also „der Wurm drin“. Dynamisches Wachstum (Sun, der Wind / Baum; erstes Trigramm) endet unvermutet mit einem Feedback im Außen (Dui, der See; erstes Kernzeichen).
Eigentlich hätte es doch immer so weiter gehen können. Wieso endet Sun, Wachstum, ein Prozess, ein Weg, so plötzlich? Was bestimmt dieses Ende? Die Beziehung der Nutzerin entwickelte sich gut, sie drängte dynamisch vorwärts, gewann Momentum – und wird plötzlich hinterfragt. Dui verweist auf einen Realitätscheck: macht das Geschehen für alle Beteiligten Sinn? Funktioniert es – oder eben nicht? Vielleicht hatte das Wachstum, Sun, eine Eigendynamik angenommen, die zumindest einem der Beteiligten nicht angenehm war?
Eigendynamik, Momentum ist eigentlich eine positive Eigenschaft von dynamischem Wachstum (Sun). Manchmal, wenn Eigendynamik zu Autopilot wird, kann sie aber auch unangenehm werden. Um diese unangenehme Ausprägung von Sun in einem Bild zu fassen: da entdecken zwei Menschen einen kleinen Karren am Wegesrand, machen ihn flott, freuen sich darüber und aneinander, schieben an, springen auf. Der kleine Karren rollt mit ihnen gemütlich die Straße entlang. Allmählich, ohne dass sie es recht bemerken, wird die Straße abschüssig. Der Wagen rollt schneller. Rechts und links des Weges tauchen Mauern auf, werden höher, die Straße wird enger.
Autopilot entsteht, wenn die Dynamik einer Situation nicht länger aus unserem eigenen Inneren kommt, sondern durch Fremdprägung bestimmt ist. Wir alle tragen diese fremden Prägungen in uns. Wir haben sie von unseren Eltern, von unserem Umfeld übernommen. Wenn wir uns aufmerksam beobachten, können wir sie wahrnehmen. Andernfalls übernehmen sie früher oder später die Kontrolle über unser Leben und wir sitzen irgendwann auf einem Karren, der eine enge Straße entlangsteuert – und haben keinerlei Kontrolle über das Geschehen.
Der Realitätscheck (Dui, der See; erstes Kernzeichen) ist heilsam. Will ich das, was momentan läuft, tatsächlich? Entspricht es meinem Inneren – oder ist es Abbild eines fremden Lebens? Vielleicht fühlt sich die Fahrt auf dem Wägelchen längst nicht mehr nach Freiheit und Ungebundenheit an, sondern nach Enge und Ausweglosigkeit.
Auf Dui, den Realitätscheck, folgt Zhen, der Donner (zweites Kernzeichen): Einer der Beteiligten springt vom Wagen, der auf Autopilot läuft, ab. Und hat plötzlich wieder Kontrolle über sein/ihr Leben.
Das Zeichen 18 – Arbeit am Verdorbenen endet mit Gen, der Berg (oberes Trigramm). Loslassen. Wenn man sich entscheidet (Zhen), dann scheidet man die Dinge – in das was ist und was man behält – und jenes was man loslässt (Gen). Fremde Prägungen loszulassen ist ein guter Anfang. Aus den klassichen Deutungstexten: „Infolge der Arbeit am Verdorbenen (18) kommt es zu einer Neuordnung.“
Beide Schriftzeichen des Hexagramms (Gu = eine Schale voll Würmer, Ge = Stängel aus Bambus) geben uns wichtige Hinweise: Einer Situation, in der der Wurm ist, begegnet man am Besten mit Flexibilität/Biegsamkeit – und bleibt sich dabei selbst treu (Standfestigkeit).

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/877887.htm

19 – die annäherung

Wir öffnen uns dem Außen – und lassen uns inspirieren… Gar nicht so einfach, wenn der Kopf voll ist. Also, noch einmal: wir öffnen uns, machen uns leer und nehmen wahr, unvoreingenommen, neugierig, ohne jedes Vorwissen. Wir hören genau hin, was möchte die Welt uns da mitteilen? Und plötzlich nehmen wir es wahr – und sind inspiriert! Befruchtet, genährt, erfrischt… verbunden mit dem, was uns vorher noch fremd, un-vertraut war. Aus dieser Berührung mit der Welt erwächst eine Entscheidung, der dann eine lange Phase des Wachsens und Materialisierens folgen wird. Vielleicht dauert es einige Zeit, bis wir Ergebnisse sehen. Aber wir müssen nichts tun. Nur vertrauen: unserer Inspiration, unserer Entscheidung. „19 – die annäherung“ weiterlesen

26 – des großen zähmungskraft

777887„Ich, ich, ganz ich!“ – Ich stehe am Gipfel, ich habe etwas erreicht. Und jetzt? Für einen Moment ruhe ich mich noch aus, genieße die spektakuläre Aussicht. Aber dann?
Ich stehe auf dem Gipfel, ich habe etwas erreicht, ich genieße die Aussicht… Was sehe ich? Weitere Gipfel, zu denen ich aufbrechen könnte. Um den Kreislauf der Welt von neuem beginnen zu lassen.

„26 – des großen zähmungskraft“ weiterlesen

32 – die dauer

877788Wahrhaftig sein – das ist ein großes Wort. Wie kommt man da hin? In vielen kleinen Schritten, einem nach dem anderen, bis man irgendwann angekommen ist: ganz bei sich, ganz eins mit sich selbst. Anfangs spürt man die eigene Wahrheit nur vage, dann stärker, und eines Tages beginnt man, sie nach außen hin auszudrücken. Mutig. Unzensiert. „32 – die dauer“ weiterlesen

41 – die minderung

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Fragestellungen

Verschiedene Fragestellungen erreichten mich, die als Antwort jeweils Hexagramm 41 – die Minderung ergaben:

  • Eine Nutzerin stellt folgende Frage: „War das nur eine Gedanke… von mir.. oder habe ich wirklich seine Stimme gehört?“*
  • Ein anderer Nutzer möchte eine schöne Eigentumswohnung kaufen, ist sich aber noch nicht ganz sicher ob er es tun soll. Seine Frage an das I Ging lautet: „Was passiert wenn ich die Wohnung kaufe?“

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46 – das empordringen

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Fragestellungen

Verschiedene Nutzer beschrieben Situationen und Fragestellungen zu Hexagramm 46 – das Empordringen:

  • Ein Nutzer schildert seine Situation folgendermaßen: „In meiner Familie geht es vor allem um Erfolg – und Konkurrenz untereinander. Ich war immer der Verlierer, das Problem.“ Anlässlich seines Neuanfangs und Bezugs einer eigenen, neue Wohnung stellt er folgende Frage: „Unter welchem Stern steht mein Leben in diese Wohnung?“
  • Eine Nutzerin schreibt: „Ich habe vor ca. einem Jahr einen Mann kennengelernt, der, wie ich, in einer Beziehung lebt. Wir verstanden uns extrem gut und beschlossen, platonisch befreundet zu sein. Aber wir haben uns beide ineinander verliebt. Wir waren so naiv… Mein Verstand sagt mir: Gib ihn auf! Aber es ist schwer, auf einen Menschen zu verzichten, den man so sehr mag. Es fängt es an, mir weh zu tun.“
  • Eine Nutzerin fühle sich wie schwanger mit vielen verschiedenen Informationen, die zu einem sinnvollen Ganzen gefügt werden wollen. Ihre Frage an das I Ging: „Wie kann das geschehen?“
  • Ein weiterer Nutzer fragt: „An meinem Arbeitsplatz wird viel gemobbt, sogar nette Kollegen sind betroffen. Wie soll ich mich verhalten?“
  • Ein Nutzer stellt folgende Frage: „Wie kann ich mich gegenüber und mit meiner Kunst verhalten, [mit ihr] in ein Verhältnis kommen?“ Immer wieder steht er im Zwiespalt mit sich und seiner Kunst. Wie er mit seiner Kunst nach Außen gehen, ohne dabei ausschließlich über sie identifiziert zu werden bzw. sich sehr zu identifizieren? Dieser Zwiespalt wurde so schlimm, dass er buchstäblich Angst- und Panikattacken bekam: vor den Erwartungen anderer – und vor den eigenen Erwartungen. Kunst konnte er nur noch unter immensem inneren Druck machen, inzwischen ist er zur Einsicht gelangt, dass in der Quelle seiner Kreativität auch seine größte (alte) Verletzung liegt. All das steht dem im Weg, seine Kunst leicht und frei ausüben zu können.

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55 – die fülle

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Fragestellungen
  • Eine Nutzerin stellt dem I Ging folgende Frage: “Wie soll ich mit meiner schlechten Auftragslage – und den dementsprechend schlechten Einkünften – umgehen? Hat die Situation vielleicht etwas Gutes?” Als Antwort erhält sie Hexagramm 55 – die Fülle – eine wunderbare Antwort auf eine Frage, in der es um Mangel geht…
  • Ein Nutzer schreibt: „Ich habe vor zwei Wochen beschlossen, mich nach 13 Jahren Ehe von meiner Frau zu trennen. Die Frage an das I Ging lautet: In welcher Situation bin ich?“
  • Eine Nutzerin fragt: „Mein einziger Sohn verlässt das Haus. Ich bin derzeitig nicht berufstätig. Wie soll ich mit der künftigen Leere umgehen?“
  • Ein Nutzer fragt, wie sich seine berufliche Situation für ihn weiter entwickeln wird.

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60 – die beschränkung

Fragestellungen
  • Die Frage des Nutzers lautet: „Was gibt es zur Stadt / Umgebung, in der ich lebe, zusagen?“ Der Nutzer wohnt schon lange an diesem Ort, jedoch schon immer mit einem Gefühlt von Entfremdung, Unwohlsein, wie ein Gefangener. Gleichzeitig fühlt er auch Dankbarkeit – aber eben auch eine große Schwere, Last, Langeweile.
    Die Antwort des I Ging lautet: 60 – die Beschränkung.
    Irgendwie mag er die Deutung mit dem Humus. Ein ähnlicher Satz begleitet ihn schon länger, von Blumen, die genau diesen Boden/Mist benötigen, um zu wachsen.
  • Die Frage des Nutzers: „Was ist jetzt, in dieser existentiell bedrohlichen Situation, wichtig?“ Zum Hintergrund erläutert er, dass sich neue Projekte entwickeln, die ihm berechtigterweise Hoffnung geben. Er spürt dass er die Hoffnung nähren sollte und gleichzeitig das Chaos, in dem er sich befindet (Wohnumfeld), leichter nehmen sollte. Es zwar viel zu bereinigen, dass ihn dieser Berg und die alten Ängste fast lähmen, zugleich spürt er aber auch diese Hoffnung, dieses Licht, das Mut macht und sagt: Alles ist GUT.
  • Ein Nutzer fragt, wie er sich in der sich anbahnenden Kooperation verhalten soll. Er fühlt sich seinem Auftraggeber aufgrund seiner größeren Erfahrung eigentlich überlegen und würde gerne Tempo machen. Andererseits ist klar, dass sein Gegenüber das Gesamtprojekt leitet und koordiniert.

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: https://www.no2do.com/hexagramme/778878.htm

61 – innere wahrheit

Fragestellungen
  • Ein Nutzer hat folgendes Anliegen: „Warum kommt in mir dauernd die Frage nach dem Sinn meines Lebens hoch, wenn die Frage doch scheinbar keinen Sinn macht und ich mich nur im Kreis drehe?“ Die Antwort des I Ging: 61 – Innere Wahrheit.
  • Eine andere Nutzerin fragt, was ihr das kommende Jahr bringen wird. Die Antwort, Hexagramm 61 – innere Wahrheit, passt gut zu ihrer Lebenssituation, in der sie sich immer mehr von ihrer inneren Stimme, ihren Wahrnehmung führen lässt.
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62 – des kleinen übergewicht

Fragestellungen
  • Die Prüfungszeit steht bevor. Eine Nutzerin wünscht sich für ihre Abschlussprüfung die bestmögliche Note. Sie hat jedoch das Gefühl, den Stoff noch nicht gut genug zu beherrschen. Soll sie die Prüfung verschieben? Ihre Frage an das I Ging: „Soll ich die Prüfung jetzt machen?“
  • Eine Nutzerin hat folgende Frage: “Ruft er an, weil er immer noch die gleichen Gefühle hat wie ich? Ruft er nur aus Freundlichkeit an? Ruft er an, weil er mich genauso vermisst wie ich ihn? Empfindet er noch immer etwas für mich?” Die Antwort des I Ging lautet 62 – des Kleinen Übergewicht.

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