Wandlungsphase Metall

Metall als Element in der chinesischen Naturphilosophie wird hier beschrieben als eine Qualität, die sich nachgiebig einer Gussform anpassen kann (nämlich als geschmolzenes Metall) und dann hart und damit nützlich wird. Die Veränderbarkeit bzw. der Wandel zwischen fest und flüssig entspricht dem Metall, macht ihren Nutzen aus. (1)

Im lebenslangen Wandlungsprozess des Menschen bedeutet dies, dass das Metall uns in die Lage versetzt zu lernen. Erfahrungen nicht nur über das Begreifen, Analysieren, die Ratio… sondern im Metall auch und vor allem für uns zu verwerten, für uns etwas herauszuholen aus unserer Umwelt. (2)

Im Metall bewahrt der Mensch diese Beziehung, er holt sich die Kraft aus der Abgrenzung, aus der Existenz dieser Grenzen. Es lebt von dem Setzen und dem Verlassen der eigenen Identität. (3)

Das Metall gibt uns durch die Fähigkeit des Abgrenzens und des Ausscheidens die Übersichtlichkeit und Ordnung, die Orientierung und Sicherheit verleiht. (4)

Wie der Bauer, der im Herbst die Früchte seiner Arbeit sortiert und nur das Gute, Nützliche in die Scheune bringt, das andere draußen auf dem Feld lässt. Wenn dies nicht geschehen kann bei einer Schwäche des Metall, so ist man blockiert in seinen Fähigkeiten zu Lernen, Erfahrungen zu machen, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen und sich weiterzuentwickeln in dieser Auseinandersetzung. (5)

So wie der Herbst die reifen Früchte des Spätsommers übernimmt und in die Speicher des Winters bringt, so erhält die Wandlungsphase Metall von der Erde das Gereifte, Aufgearbeitet, aber auch das Unbrauchbare, was es auszusortieren und zu verwerfen gilt. Die Schätze des Lebens hingegen werden in die Speicher unseres Selbstverständnisses, unserer Identität und somit der Wandlungsphase Wasser verbracht und dienen dem Menschen als Grundlage seiner weiteren Existenz, seines weiteren Lebens, wie es dann die Wandlungsphase Holz entfaltet. (6)

(1), (2), (3), (4), (5), (6) Udo Lorenzen, Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Bd. Metall, 2 (München: Müller & Steinicke, 1994), S. 21 und S. 205 – 219

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21. Mai 2011 von kus
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