Ursprünge des I Ging

no2DO basiert auf dem I Ging, einer Orakel-Tradition mit schamanistische Wurzeln, die sich bis in das 3. vorchristliche Jahrtausend zurückverfolgen läßt. Lange Zeit gab es keinen Deutungstext und das Orakel wurde wohl aufgrund der Intuition des Fragenden sowie nach überlieferten Regeln bestimmt. Yin und Yang, ein Hauptkonzept des Daoismus und durch eine jeweils durchgezogene bzw. durchbrochene Linie dargestellt, bildet bis heute die Deutungsgrundlage.

Die verschiedenen Texte des Buches der Wandlungen, die uns heute unter dem Namen I Ging begegnen, sind erst später entstanden. Die Urteile (kurze Sprüche, die die Gesamtsituation des Hexagramms beschreiben) stammen aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend. Die Zehn Flügel, erläuternde und kommentierende Texte (Bildworte: 3. und 4. Flügel; Reihenfolge der Hexagramme: 9. Flügel), wurden in der Zeit von 400 bis 200 v. Chr. abgefasst.

Speziell die zehn Flügel werden aufgrund ihrer Struktur (knappe Sätze, hierarchische Ordnung) gerne Konfuzius (s. auch → Wikipedia) zugeschrieben, was aber umstritten ist. Grundsätzlich entwickelten sich während der jahrtausendelangen, bewegten Geschichte zwei Auffassungen über das I Ging: eine möchte kosmologische und gesellschaftliche Prinzipien erkunden, die andere (um Wang Bi, 226 – 249; → Zitate von Wang Bi) will die Ideen ergründen, die in den Bildern selbst verborgenen sind.

Weiterführende Literatur

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06. März 2019 von kus
Kategorien: Historische Wurzeln, Konfuzianismus & Daoismus | Kommentare deaktiviert für Ursprünge des I Ging